Farben der orientalischen Katze: Ein grundlegender Leitfaden mit Beispielen unserer Katzen
Orientalische Katzen sind eine der farblich vielfältigsten Rassen. Die europäische Felinologie verwendet einen einheitlichen Standard — EMS (Easy Mind System, FIFe) — für die Bezeichnung der Farben: Rasse + Farbe + Zeichnung = 3 bis 5 Zeichen. Lernen Sie, diesen Code anhand unserer drei Katzen zu lesen, und Sie können die meisten Einträge in Stammbäumen entschlüsseln.
Dieser Leitfaden richtet sich an zukünftige Besitzer der Pet-Klasse — genug, um ein Kätzchen sicher auszuwählen und seinen Stammbaum zu verstehen.
Wie liest man einen EMS-Code?
Der EMS-Code wird von links nach rechts gelesen: Rasse → Grundfarbe → Zeichnung/Modifikator.
Rasse-Präfix:
- OSH — Orientalische Kurzhaarkatze
- OSL — Orientalische Langhaarkatze
- SIA — Siamkatze
Es folgt der Buchstabe der Grundfarbe (n — schwarz, b — schokoladenbraun, a — blau und so weiter; die vollständige Übersicht weiter unten). Die letzte Zahl bezeichnet die Zeichnung: 24 — gepunkteter Tabby, 22 — klassischer Tabby, 25 — getickter Tabby.
Unsere Katzen und ihre Codes
«Die farblich vielfältigsten Katzen sind genau die orientalischen Katzen», sagt Elvira.
Die drei Katzen von Floriente zeigen das EMS-System in der Praxis:
Sebastian — OSH n 24
Schwarzer Spotted Tabby. Grundfarbe Schwarz (Buchstabe n), Zeichnung Spotted Tabby (Zahl 24). Klare, kontrastreiche Flecken auf glattem, kurzem Fell.
Simona — OSH a 24
Blauer Spotted Tabby. Dieselbe Zeichnung (24) wie Sebastian, jedoch eine andere Grundfarbe: Blau (a) ist ein verdünntes Schwarz, eine genetische Variante, die einen kühleren grau-blauen Ton ergibt. Der Körpercode ist derselbe, die Farbe ist eine andere.
Halva — OSH q (Zimt-Schildpatt)
Zimtfarbe (o) + Schildpatt-Modifikator. Die Zimtfarbe ist wärmer und heller als Schokolade und ähnelt einem weichen Zimtton. „Schildpatt” bedeutet, dass sich zwei Farbpartien auf dem Körper miteinander vermischen — Zimt und Creme, ohne klare Zeichnung. Die Zimtfarbe kommt in der Rasse seltener vor als Schokolade, und Zimt-Schildpatt ist noch seltener. Schildpattkatzen sind aufgrund der Bindung an das X-Chromosom fast ausschließlich weiblich.
Drei Katzen. Drei Codes. Keine Zweideutigkeiten.
Einfarbige Farben (Self)
Die neun Grundfarben des EMS — die Buchstaben, die Sie in jedem Code finden werden:
| EMS-Buchstabe | Farbbezeichnung | Auch bekannt als | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| n | Schwarz | Ebony | Tiefes, kühles Schwarz; ohne braunen Stich in Ausstellungsqualität |
| b | Schokolade | Havana | Warmer milchschokoladener Braunton |
| a | Blau | — | Verdünntes Schwarz; grau-blauer Ton |
| c | Lilac | Lavendel, Frost | Verdünntes Schokolade; blass-rosagrau |
| d | Rot | — | Warmes Orange-Rot; ein geschlechtsgebundenes Gen |
| e | Creme | — | Verdünntes Rot; blassgelblich |
| o | Zimt | — | Warmes Hellbraun; heller als Schokolade |
| p | Fawn | — | Verdünntes Zimt; blass staubig-beige |
| w | Weiß | — | Vollständige Pigment-Unterdrückung; eigene Genetik |
Welche Farben sind häufiger und welche sind selten?
Was Sie in der Praxis sehen werden: Schwarz (n), Blau (a) und Schokolade (b) sind die häufigsten Farben bei der orientalischen Katze — diese Farben kommen in der überwiegenden Mehrheit der Würfe vor. Zimt (o) und Fawn (p) treten seltener auf. Weiß (w) ist selten. Der Schildpatt-Modifikator (eine zweifarbige „Karte” auf dem Körper) kommt praktisch nur bei Weibchen vor — das liegt an der Bindung an das X-Chromosom. Bei der orientalischen Katze gibt es keine Point-Farbe — dazu mehr weiter unten.
Tabby-Zeichnungen
Es gibt vier Tabby-Zeichnungen, und die häufigste bei der orientalischen Katze ist die gepunktete (24).
| EMS-Nummer | Bezeichnung der Zeichnung | Visuelle Beschreibung |
|---|---|---|
| 22 | Klassisch (Blotched) | Kräftige Wirbel an den Flanken; schmetterlingsförmige Zeichnung an den Schultern; „Zielscheibe” an der Seite |
| 23 | Getigert (Mackerel) | Schmale, parallel verlaufende vertikale Streifen entlang der Flanken; „Fischgräte” |
| 24 | Gepunktet (Spotted) | Runde oder ovale Flecken über die gesamte Flanke; können geschlossen oder durch Streifen unterbrochen sein |
| 25 | Getickt (Agouti) | Keine Streifen oder Flecken auf dem Körper — jedes einzelne Haar ist durch hellere und dunklere Abschnitte gebändert; nur minimale Markierungen an Pfoten und im Gesicht |
Weitere Modifikatoren — außerhalb dieses Grundüberblicks
Im EMS-System gibt es außerdem eine ganze Gruppe von Modifikatoren für Bicolor (Beimischung von Weiß) sowie für Smoke-, Silver- und Shaded-Varianten. Das ist ein Thema für eine vertiefte Beschäftigung mit der Rasse, wenn Sie Zucht planen oder an Ausstellungen teilnehmen. Für das grundlegende Verständnis des Codes Ihrer Katze reichen die beiden Übersichten oben aus.
Warum tritt die Point-Farbe nur bei Siamkatzen auf und nicht bei orientalischen Katzen?
Das Wort „Point” stammt aus dem Englischen „point” („Punkt”). Der Name beschreibt die Zeichnung treffend: farbige Punkte an Ohren, Pfoten, Nase und Schwanz, während der Körper hell bleibt. Das ist das klassische Erkennungsmerkmal der Siamkatzen.
Technisch gibt es drei Abstufungen der Point-Farbe (burmesisch, tonkinesisch, siamesisch) — alle sind per Definition Siam-Varianten und keine orientalischen Katzen. Die Einzelheiten sind etwas für jene, die sich tief in die Rasse einarbeiten.
Die zentrale Regel lautet: Es gibt keine orientalische Katze mit Point-Farbe. Wenn ein Kätzchen mit Points geboren wird, wird es nach der Registrierung automatisch der Rasse Siamkatze zugeordnet, unabhängig davon, dass beide Eltern orientalische Katzen sind. Zwei orientalische Katzen mit dem cs-Allel (C/cs) erscheinen vollständig durchgefärbt, können aber im Wurf Point-Kätzchen hervorbringen — und diese Kätzchen werden als Siamkatzen registriert, nicht als orientalische Katzen.
Die harte Wahrheit über EMS-Codes bei der orientalischen Katze
Mehr als 600 Farbkombinationen gibt es bei der orientalischen Kurzhaarkatze. Jede hat einen EMS-Code. Dieser Code findet sich im Stammbaum, im Zuchtbuch und in jedem FIFe-Registrierungsdokument.
Wenn Ihr Züchter keinen EMS-Code lesen kann — suchen Sie sich einen anderen Züchter.
Das ist keine technische Formalität. Der Farbcode ist Teil der dokumentierten Identität des Tieres. Ein Züchter, der nicht weiß, ob seine Katze OSH n oder OSH b ist, oder einen Ticked Tabby (25) als „gestreift” beschreibt, arbeitet nicht mit dem Zuchtbuch, sondern nach Gefühl. Und auf gut Glück arbeiten verantwortungsvolle Zuchtprogramme nicht.
Fragen Sie nach dem EMS-Code. Lesen Sie ihn selbst. Wenn er mit dem übereinstimmt, was Sie sehen, ist das gut. Wenn der Züchter zögert — das ist bereits die Antwort.
Häufig gestellte Fragen
Was ist EMS in der Felinologie?
EMS (Easy Mind System) ist ein standardisiertes alphanumerisches Kodierungssystem, das von der FIFe (Fédération Internationale Féline) entwickelt wurde. Es weist jeder im FIFe-System eingetragenen Rasse, Farbe und Zeichnung einen eindeutigen Code zu. Der EMS-Code ermöglicht jedem Richter, Züchter oder Registrar an jedem Ort der Welt, Rasse und Farbe einer Katze eindeutig zu bestimmen.
Wie viele Farben hat die orientalische Kurzhaarkatze?
Die FIFe anerkennt bei der orientalischen Kurzhaarkatze neun einfarbige (Self-)Grundfarben. Wenn diese Grundfarben mit Tabby-Zeichnungen, weißer Scheckung, Silver-Modifikatoren und Point-Varianten kombiniert werden, ergeben sich über 600 verschiedene Farb- und Zeichnungskombinationen. Jede besitzt einen eigenen EMS-Code.
Hängt der Charakter von der Fellfarbe ab?
Nein. Der Charakter wird von der Rasse bestimmt, nicht von der Farbe. Eine schwarze, blaue oder zimtfarbene orientalische Katze — sie alle haben dieselbe Geselligkeit, dieselbe Bindung, dieselbe Verspieltheit und Aktivität. Die Farbe ist reine Ästhetik. Wählen Sie jene, die Ihnen optisch gefällt — sie hat keinen Einfluss auf das Verhalten.
Kann eine orientalische Kurzhaarkatze pointiert sein wie eine Siamkatze?
Nein. Die Point-Zeichnung (EMS 33) macht eine Katze per Definition zur Siamkatze, unabhängig von der Rasse der Elterntiere. Zwei orientalische Katzen mit dem rezessiven cs-Gen können ein Point-Kätzchen hervorbringen, doch dieses Kätzchen wird als Siamkatze registriert, nicht als orientalische Katze. Der Körpertyp ist identisch, aber die registrierte Rasse ist eine andere.
Wenn beide Eltern dieselbe Farbe haben, welche Farbe hat dann das Kätzchen?
Die Genetik ist probabilistisch und nicht deterministisch. Selbst von zwei Elterntieren derselben Farbe kann der Wurf mehrere Varianten ergeben: Wenn beide ein rezessives Gen einer anderen Farbe tragen, wird ein Teil der Kätzchen mit dieser Farbe geboren. So können aus zwei gepunkteten Tabbys einfarbige Kätzchen hervorgehen, und aus zwei orientalischen Katzen kann ein Siamkätzchen entstehen (wenn beide das cs-Gen tragen). Der Züchter berechnet die Wahrscheinlichkeiten anhand der Genotypen der Eltern, doch die exakte Farbe des einzelnen Kätzchens bleibt immer eine Überraschung.
Sind Sie bereit, die Katzen in lebendiger Farbe zu sehen?
Sehen Sie sich unseren aktuellen Wurf an. Wir geben den EMS-Code und eine ausführliche Farbbeschreibung jedes Kätzchens an — Sie können sie jetzt selbst lesen.
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